Formen des Yoga

Die meisten eher körperbetonte Yoga-Praktiken können unter dem Oberbegriff Hatha Yoga zusammengefasst werden.

Das Hatha Yoga ist eine Form des Yoga, bei der das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist vor allem durch körperliche Übungen (Asanas), durch Atemübungen (Pranayama) und Meditation angestrebt wird. Es ist damit die Basis für alle modernen Formen des Yoga, hat in Europa und Nordamerika eine große Bandbreiten von abgewandelten Yoga-Stilen hervorgebracht.

Das Anusara Yoga (gegr. von John Friend) eine kraftvolle Hatha -Variante, bei der nicht die Perfektion, sondern die die positive Einstellung der Übenden im Vordergrund steht.

Das Iyengar Yoga (gegr. von B.K.S. Iyengar) ist eine sehr körperbetonte Yoga-Schule, die auf den spirtuellen Aspekt weitgehend verzichtet. Iyengar Yoga setzt dafür große Präzision voraus und setzt bei  Bedarf auch einfache Hilfsmittel ein.

Das Ashtanga Yoga (nach Sri K. Patthabhi Jois) wird oft die Urmutter der modernen Yoga-Stile genannt. Ashtanga Yoga ist eine dynamische und schweißtreibende Form des Hatha Yoga, aus der wiederum viele der heute in Studios praktizierten Yoga-Arten abgeleitet werden, wie z.B. Vinyasa Flow Yoga oder Power Yoga. Ashtanga beinhaltet ein System aus sechs streng festgelegten Übungsserien, die sich im Schwierigkeitsgrad steigern. Typisch sind die fließenden Bewegungen mit spektakulären Sprüngen und die sogenannten Mysore-Klassen, in der jeder Schüler in der Gruppe seine eigene Praxis übt und der Lehrer zur Hilfe steht.

Vinyasa Flow Yoga setzt dagegen nicht auf feste Übungssequenzen, sondern der Lehrer kann die einzelnen Asanas frei wählen und wird auch oft mit leiser Hintergrundmusik praktiziert. Aufgrunddessen ähnelt es noch mehr den normalen Stunden in Fitnessstudios und wird dort oft angeboten.

Ähnlich gestaltet sich Power Yoga (gegr. Baron Baptiste und Bryan Kest), bei dem der Körper nahezu kontinuierlich in Bewegung ist und die Positionen jeweils fünf Atemzüge gehalten werden sollen.

Yoga Haltung

Yogahaltung

Einen großen Boom erfuhr in den letzten Jahren Bikram Yoga (gegr. Bikram Choudhury), ein körperlich fordernder Yoga-Stil, bei dem eine feste Folge von 26 Hatha-Übungen in einem bis zu 40 Grad heißen Raum geübt wird. Wegen dem dezenten Drill-Charakter und dem umstrittenen Ruf des Begründers geriet diese Form des Yoga aber zunehmend in die Kritik.

Hot Yoga wird auch in 38 bis 40 Grad warmen Räumen unterrichtet, um die Entgiftung und die Beweglichkeit zu fördern, verzichtet jedoch auf eine feste Übungsreihenfolge, so dass es auch verschienden Yoga Arten umfassen kann (z.B. Hot Hatha Yoga, Hot Vinyasa Flow Yoga oder Hot Yin Yoga).

Der aus New York kommende Jivamukti Yoga (gegr. von Sharon Gannon und David Life), bei dem die Asanas fließend dynamisch in fester Reihenfolge zu moderner Musik praktiziert werden. Die Jivamukti Yoga Art ist sowohl physisch als auch intellektuell herausfordernd und basiert auf fünf Säulen: philosophische Unterweisungen aus den alten Schriften, Hingabe (Bhakti,Chanten), Gewaltlosigkeit (Ahimsa), Musik (Kirtan) und Meditation.

Klassische Hatha-Übungen und Atemübungen zu Beginn der Stunden sind auch Teil des Sivananda-Yoga (gegr. von Swami Sivananda), was oft wegen seiner Ganzheitlichkeit als „klassisches Yoga“ bezeichnet wird. Es beinhaltet eine Reihe an Asanas, wie traditionellen Sonnengruß und Grundstellungen sowie Atemübungen und Tiefenentspannung. Die spirtuelle Ausrichtung wird oft durch Mantren, die am Anfang und zu Ende der Stunde zitiert werden, hinzugefügt.

Eine spirituelle Form des Yogast mit Mantrengesänge, Meditationen und Mudras ist das Kundalini Yoga (gegr. Sikh Yogi Bhajan). Die einfachen, aber speziellen Asanas werden oft im Sitzen ausgeführt und minutenlang wiederholt oder gehalten.

Ähnlich intensiv erscheint das Yin-Yoga (gegr. Paul Grilley), bei dem auf Krafteinsatz verzichtet wird. Yin-Yoga ist der ergänzende Gegenpol zu den meisten modernen Stilen, die auf kraftvolles Üben und fließende Asana-Abfolgen – also aufs Yang – setzen. Die entspannte Praxis soll Bindegewebe und Faszien dehnen, die Gelenke geschmeidig halten und den Chi-Fluss im Körper verbessern.

Es finden sich mittlerweile noch einige andere Yoga-Stile wie z.B. Acro Yoga, Aerial Yoga, Forrest Yoga, Vini Yoga oder Nivata Yoga und es ist damit zu rechnen, dass sich noch mehr verschiedene Stile entwickeln werden.  Auch Mischformen sind entstanden und haben sich bei uns in Studios etabliert. So werden mittlerweile Yogilates Kurse angeboten, die aus einem Mix aus Yoga und Pilates Übungen bestehen. Auch Yoga-Pilates und Yoga-Fitness sind sehr körperbetonte und herausfordernde Yoga-Stile, die hauptsächlich in Fitness-Studio und öffentlichen Einrichtungen großen Anklang finden.

Eine genauere Betrachtung lohnt sich, um den eigenen Yoga-Stil herauszufinden.

 

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